1. Vertragsgegenstand und Rollen
Mistri Brothers Market stellt Marktplatz-, Bestell-, Zahlungs-, Marketing-, Support- und optionale Lieferfunktionen bereit. Der Händler verkauft – soweit im konkreten Angebot nicht ausdrücklich anders ausgewiesen – im eigenen Namen und auf eigene Rechnung an den Kunden.
Der Händler bleibt für Waren, Produktinformationen, Preise, Steuern, Warenbestand, gesetzliche Kennzeichnungen, Produktsicherheit, Gewährleistung und seine sonstigen Verkäuferpflichten verantwortlich. Die Plattform übernimmt nicht allein durch technische Vermittlung die Rolle des Warenverkäufers.
2. Provision, Abrechnung und Steuern
Die für den Händler geltende Provision und deren Berechnungsbasis werden bei Vertragsannahme im System protokolliert. Für Bestellungen mit Lieferung durch Mistri beträgt die Standardprovision 20 % auf den provisionspflichtigen Warenwert, zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer auf die Provision. Kundenseitige Liefergebühren werden gesondert ausgewiesen und sind nicht automatisch Teil der Provisionsbasis. Für Eigenlieferung und Abholung gelten gesondert vereinbarte Sätze. Individuelle Konditionen sind vor Vertragsabschluss klar anzugeben.
Die Abrechnungsperiode läuft grundsätzlich von Montag bis Sonntag. Freigegebene, ungesperrte Auszahlungen werden am folgenden Montag zur Überweisung angestoßen; Bankgutschriften können später erfolgen. Erstattungen, Zahlungsprüfungen, gesetzliche Sperren, fehlende Bankverifikation und technische Zahlungsstörungen können die Freigabe verzögern. Der Händler ist für seine steuerliche Behandlung, Rechnungs- und Aufzeichnungspflichten verantwortlich, soweit diese nicht ausdrücklich von der Plattform übernommen werden.
3. Onboarding, Identität und Händlerprüfung
- Rechtlicher Name, Geschäftsanschrift, Kontaktinformationen und gegebenenfalls Registerangaben müssen richtig und aktuell sein.
- Die Plattform darf angemessene Nachweise zur Identität, Unternehmereigenschaft, Bank-/Auszahlungskonto- und Registerprüfung verlangen.
- Vor Aktivierung ist die jeweils aktuelle Händlervereinbarung und Compliance-Richtlinie durch eine vertretungsberechtigte Person anzunehmen.
- Falsche oder nicht mehr aktuelle Angaben sind unverzüglich zu korrigieren.
4. Waren, Inhalte und Pflichtinformationen
- Nur rechtmäßige, sichere und für den Vertrieb zugelassene Produkte dürfen gelistet werden.
- Produktname, Preis, Menge, Zutaten, Allergene, Nährwerte, Herkunft, verantwortlicher Lebensmittelunternehmer, Warnhinweise und sonstige Pflichtinformationen müssen dort vollständig sein, wo sie gesetzlich erforderlich sind.
- Gefährliche, zurückgerufene, gefälschte, irreführend gekennzeichnete oder nicht ordnungsgemäß vertriebsfähige Produkte dürfen nicht angeboten werden.
- Der Händler trägt die Verantwortung für die Rechte an hochgeladenen Bildern, Marken, Texten und sonstigen Inhalten.
5. Verpackung, Umwelt- und produktspezifische Pflichten
Der Händler muss für seine konkrete Tätigkeit einschlägige Verpackungs-, Batterie-, Elektrogeräte-, Lebensmittel-, Kosmetik-, Jugendschutz- und sonstige produktspezifische Pflichten erfüllen. Soweit die Plattform gesetzlich Prüf- oder Sperrpflichten hat, darf sie geeignete Nachweise verlangen und Listings bis zur Klärung blockieren.
6. Bestellungen, Bestand und Substitution
- Bestand und Verfügbarkeit sind möglichst aktuell zu halten.
- Akzeptierte Bestellungen sind vollständig, hygienisch, sicher und innerhalb der angegebenen Bearbeitungszeit vorzubereiten.
- Ersatzartikel dürfen nur nach der vom Kunden gewählten Substitutionsregel verwendet werden.
- Der Händler hat vor Übergabe an den Fahrer die Bestellnummer und – soweit im Prozess vorgesehen – die Anzahl der Taschen zu prüfen.
- Fehlbestände oder andere Probleme müssen unverzüglich im System behandelt werden; bezahlte, nicht lieferbare Waren dürfen nicht stillschweigend ersetzt werden.
7. Kundenrechte, Reklamationen und Erstattungen
Der Händler muss bei berechtigten Reklamationen und gesetzlichen Verbraucherrechten mitwirken. Die Plattform kann zur schnellen Kundenlösung Erstattungen oder Gutschriften abwickeln und die wirtschaftliche Verantwortlichkeit anhand der dokumentierten Ursache dem Händler, der Lieferseite, dem Zahlungsprovider oder geteilt zuordnen.
Die Plattform darf berechtigte, dem Händler zurechenbare Erstattungsbeträge mit zukünftigen Auszahlungen verrechnen, soweit dies vertraglich und gesetzlich zulässig ist und nachvollziehbar ausgewiesen wird.
8. Lebensmittelsicherheit, Rückruf und Behörden
- Sicherheits-, Kontaminations-, Allergie- oder Rückrufereignisse sind sofort zu melden.
- Betroffene Produkte müssen unverzüglich deaktiviert werden.
- Der Händler muss Rückverfolgbarkeits-, Hersteller-/Lieferanten- und Chargeninformationen bereitstellen, soweit vorhanden und gesetzlich erforderlich.
- Bei erforderlichen Rückrufen muss der Händler mit Plattform, Kunden und Behörden kooperieren.
9. Kundendaten und Vertraulichkeit
Kundendaten dürfen nur für Bestellung, Lieferung, Support und andere gesetzlich zulässige Zwecke verarbeitet werden. Eine Nutzung für eigene Werbung außerhalb der dafür bestehenden Rechtsgrundlage oder Einwilligung ist nicht erlaubt.
Zugangsdaten, Kundendaten, Abrechnungsdaten und interne Plattforminformationen sind gegen unbefugten Zugriff zu schützen. Sicherheitsvorfälle sind sofort zu melden.
10. Bewertungen, Betrug und Plattformintegrität
- Keine gefälschten Bestellungen oder Bewertungen.
- Keine Manipulation von Liefer-, Annahme-, Storno-, Rückerstattungs- oder Zahlungsstatus.
- Keine Umgehung vereinbarter Plattformprovisionen durch missbräuchliche Verlagerung von bereits über die Plattform gewonnenen Bestellungen, soweit eine solche Verpflichtung wirksam vereinbart ist.
- Keine Diskriminierung oder rechtswidrige Benachteiligung von Kunden oder Fahrern.
11. Einschränkung, Suspendierung und Beendigung
Bei Rechts-, Sicherheits-, Betrugs-, Produkt-, Zahlungs- oder wiederholten Leistungsproblemen kann die Plattform einzelne Produkte beschränken, den Store pausieren, suspendieren oder den Vertrag beenden, soweit dies verhältnismäßig und rechtlich zulässig ist.
Soweit gesetzlich erforderlich, erhält der Händler eine Begründung, angemessene Vorabinformation und einen Beschwerdeweg. Sofortmaßnahmen bleiben möglich, wenn Gesetze, Behördenanordnungen, Betrugs-/Sicherheitsrisiken oder zwingende Gründe dies rechtfertigen.
12. Haftung und Freistellung
Jede Partei haftet für eigene Pflichtverletzungen nach den gesetzlichen Regeln. Gesetzlich zwingende Haftung wird nicht ausgeschlossen.
Soweit rechtlich zulässig, hat der Händler die Plattform von Ansprüchen Dritter freizustellen, die auf vom Händler zu vertretenden rechtswidrigen Produkten, fehlenden Pflichtinformationen, Verletzungen geistiger Eigentumsrechte oder sonstigen Händlerpflichtverletzungen beruhen. Die Plattform muss den Händler über den Anspruch informieren und angemessene Mitwirkung ermöglichen.
13. Änderungen der Bedingungen
Wesentliche Vertragsänderungen werden nicht rückwirkend in bereits protokollierte Annahmen hineingeschrieben. Neue Versionen werden gesondert veröffentlicht und – soweit erforderlich – mit angemessener Vorankündigung wirksam. Erforderliche erneute Zustimmung wird im Partner Hub abgefragt.
14. Interne Beschwerden
Händler können Einschränkungs-, Suspendierungs-, Abrechnungs- und sonstige Plattformentscheidungen über den Support bzw. den vorgesehenen Beschwerdeweg anfechten. Entscheidungen und ihre Begründung sollen nachvollziehbar dokumentiert werden.